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Altcoin-Saison: Woran du sie erkennst und was sie für dich bedeutet

Wann überholen Altcoins den Bitcoin? Du erfährst, welche Kennzahlen eine Altcoin-Saison anzeigen, wie sie abläuft und wo der Markt gerade steht.

Altcoin-Saison: Woran du sie erkennst und was sie für dich bedeutet

Eine Altcoin-Saison ist die Marktphase, in der viele Kryptowährungen abseits von Bitcoin deutlich stärker steigen als die größte Kryptowährung selbst. Für viele Anleger ist sie der Höhepunkt eines Bullenmarkts, in dem kleine Coins in kurzer Zeit ein Vielfaches zulegen. Genauso schnell kann die Euphorie aber wieder kippen.

In diesem Artikel erfährst du, wie sich eine Altcoin-Saison messen lässt, welche Signale sie ankündigen und wie frühere Phasen verlaufen sind. Außerdem ordnen wir ein, wo der Markt Ende Oktober 2026 steht und wie du dich sinnvoll vorbereitest, ohne der Gier zu verfallen.

Altcoin-Saison: Was der Begriff bedeutet

Als Altcoins gelten alle Kryptowährungen außer Bitcoin, also Ether, Solana, XRP, Cardano und Tausende kleinere Projekte. Stablecoins wie USDT oder USDC zählen zwar formal dazu, spielen für diese Frage aber keine Rolle, weil ihr Kurs an den Dollar gebunden ist.

Von einer „Altseason“, wie es im Szene-Jargon heißt, sprechen Marktbeobachter, wenn ein Großteil der Altcoins über mehrere Wochen oder Monate besser abschneidet als Bitcoin. Es reicht also nicht, dass einzelne Coins stark steigen. Entscheidend ist eine breite Bewegung, bei der Kapital in großem Stil aus Bitcoin in andere Kryptowährungen fließt.

Typisch ist dabei eine Abfolge: Zuerst steigt Bitcoin, dann zieht Ether nach, anschließend folgen große Altcoins und zuletzt kleine, spekulative Token. Die eigentliche Altseason steht meist am Ende dieser Kette, wenn Anleger nach immer höheren Renditen suchen.

So misst du eine Altcoin-Saison: Index und Kennzahlen

Diese Marktphase lässt sich nicht an einem einzigen Wert festmachen. Mehrere Kennzahlen zusammen ergeben aber ein gutes Bild.

Der Altcoin Season Index

Am bekanntesten ist der Altcoin Season Index von Blockchaincenter. Die Regel ist einfach: Wenn 75 Prozent der 50 größten Kryptowährungen in den letzten 90 Tagen besser gelaufen sind als Bitcoin, herrscht Altcoin-Saison. Stablecoins und durch andere Werte gedeckte Token wie Wrapped Bitcoin bleiben außen vor.

Der Index reicht von 0 bis 100. Werte über 75 signalisieren eine Altseason, Werte unter 25 eine Bitcoin-Saison. Dazwischen liegt eine neutrale Zone, in der weder Bitcoin noch Altcoins klar dominieren.

Beachte die Schwächen des Index: Er betrachtet nur Kursentwicklungen und gewichtet alle 50 Coins gleich. Ein kleiner Coin mit starkem Lauf zählt also genauso viel wie Ether. Zudem verändert sich die Top 50 laufend, weil neue Projekte aufsteigen und andere herausfallen. Der Index ist deshalb ein nützlicher Gradmesser, aber kein Handelssignal.

Bitcoin-Dominanz

Die Bitcoin-Dominanz zeigt, welchen Anteil Bitcoin an der gesamten Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen hat. Sinkt sie deutlich, fließt Geld in Altcoins. Steigt sie, ziehen sich Anleger in Bitcoin zurück. Wie du die Kennzahl richtig liest und wo ihre Grenzen liegen, erklären wir ausführlich im Artikel zur Bitcoin-Dominanz.

ETH/BTC-Verhältnis

Ether ist der größte Altcoin und oft der Türöffner für eine breitere Rotation. Steigt der Kurs von Ether im Verhältnis zu Bitcoin über längere Zeit, werten viele Analysten das als frühes Signal für eine kommende Altseason.

Weitere Signale

  • Handelsvolumen: Steigen die Umsätze bei Altcoins stärker als bei Bitcoin, wächst das Interesse an Alternativen.
  • Stablecoin-Liquidität: Viel frisches Kapital in Stablecoins kann als Treibstoff für spätere Käufe dienen.
  • Stimmung: Extreme Gier im Fear and Greed Index begleitet häufig die heiße Phase.
  • Memecoin-Boom: Wenn reine Spaß-Token Rekorde feiern, ist der Markt oft schon weit fortgeschritten.
  • On-Chain-Daten: Bewegungen großer Wallets auf Börsen können Gewinnmitnahmen ankündigen. Wie du solche Daten liest, zeigt unser Beitrag zur On-Chain-Analyse.
Verschiedene Kryptomünzen nebeneinander als Symbol für die Altcoin-Saison
In einer Altcoin-Saison schlagen die meisten großen Coins den Bitcoin. Foto: Kanchanara / Unsplash

Wie eine Altcoin-Saison typischerweise abläuft

Jede Marktphase ist anders, doch viele Zyklen folgen einem ähnlichen Muster. Analysten sprechen von einer Kapitalrotation in mehreren Stufen.

  1. Bitcoin führt: Neues Kapital fließt zuerst in Bitcoin, die Dominanz steigt. Altcoins hinken hinterher.
  2. Ether zieht nach: Anleger suchen höhere Renditen und kaufen Ether. Das ETH/BTC-Verhältnis steigt.
  3. Große Altcoins steigen: Etablierte Projekte mit hoher Marktkapitalisierung legen zu, die Bitcoin-Dominanz beginnt zu fallen.
  4. Kleine Coins explodieren: In der letzten Phase steigen auch kleine und spekulative Token, oft um ein Vielfaches. Die Rotation erreicht ihren Höhepunkt.
  5. Die Euphorie kippt: Gewinnmitnahmen setzen ein, Kapital fließt zurück in Bitcoin oder Stablecoins. Kleine Coins verlieren meist am stärksten.

Wichtig: Diese Abfolge ist ein Erfahrungswert, kein Naturgesetz. Manche Zyklen überspringen Stufen, andere enden, bevor die letzte Phase überhaupt beginnt. Zudem verläuft die Rotation heute oft sektorweise: Mal stehen KI-Token im Fokus, mal Layer-2-Netzwerke oder tokenisierte Wertpapiere, während der Rest des Marktes kaum reagiert.

Rückblick: Die Altcoin-Saisons 2017/18 und 2021

Zwei Phasen gelten als Lehrbuchbeispiele.

Der ICO-Boom 2017/18

Ende 2017 und Anfang 2018 schossen Tausende neue Token über sogenannte Initial Coin Offerings auf den Markt. Ether, XRP und viele kleinere Projekte stiegen teils um ein Vielfaches. Die Bitcoin-Dominanz fiel in dieser Zeit zeitweise unter 40 Prozent. Kurz darauf folgte ein langer Bärenmarkt, in dem viele dieser Token mehr als 90 Prozent verloren oder ganz verschwanden.

Der DeFi- und NFT-Boom 2021

Im Frühjahr 2021 erlebte der Markt die nächste große Altseason. Dezentrale Finanzanwendungen, NFTs und Memecoins wie Dogecoin zogen massenhaft neue Anleger an. Die Bitcoin-Dominanz sank innerhalb weniger Monate von rund 70 auf etwa 40 Prozent. Auch diese Phase endete mit kräftigen Kursrückgängen, als die Stimmung im Laufe des Jahres umschlug.

Was sich seitdem verändert hat

Seit 2021 hat sich der Markt stark gewandelt. Bitcoin-ETFs in den USA und Europa ziehen institutionelles Kapital an, das sich vor allem auf Bitcoin konzentriert. Gleichzeitig ist die Zahl der Altcoins explodiert, sodass sich neues Geld auf viel mehr Projekte verteilt. Viele Analysten erwarten deshalb, dass künftige Altcoin-Saisons selektiver ausfallen und nicht mehr den gesamten Markt erfassen.

Wo der Markt im Oktober 2026 steht

Ende Oktober 2026 deutet wenig auf eine breite Altcoin-Saison hin. Der Altcoin Season Index von Blockchaincenter lag am 31. Oktober bei 39 Punkten und damit klar unter der Schwelle von 75. Auch die Bitcoin-Dominanz bewegte sich im Oktober wieder um 60 Prozent, ein Zeichen, dass Bitcoin den Markt weiterhin anführt.

Das schließt starke Bewegungen einzelner Altcoins nicht aus. Bestimmte Sektoren oder Projekte mit eigenen Nachrichten können auch in einer Bitcoin-geprägten Phase gut laufen. Eine echte Altseason verlangt aber eine breite Rotation, die sich in den Kennzahlen klar zeigt.

Wann sich das ändert, kann niemand seriös vorhersagen. Makroökonomische Faktoren wie Zinsentscheidungen, regulatorische Klarheit und neue Anlageprodukte beeinflussen den Kapitalfluss stark. Prognosen, die den Start einer Altseason für einen bestimmten Monat ankündigen, solltest du mit Vorsicht betrachten.

Strategie: So gehst du mit einer Altcoin-Saison um

Eine Altcoin-Saison kann attraktive Chancen bieten, birgt aber erhebliche Risiken. Mit einem klaren Plan triffst du bessere Entscheidungen als im Rausch der Euphorie.

Risiken realistisch einschätzen

Altcoins schwanken deutlich stärker als Bitcoin. Viele Projekte haben kaum Nutzer oder Einnahmen und leben allein von Erwartungen. Wenn die Stimmung dreht, verlieren gerade kleine Coins oft 80 bis 90 Prozent oder mehr. Besonders spekulativ sind Memecoins, bei denen ein Totalverlust jederzeit möglich ist.

Praktische Regeln

  • Vorher planen: Lege fest, welchen Anteil deines Portfolios du Altcoins zuweist und bei welchen Kursen du Gewinne mitnimmst.
  • Rebalancing: Steigen Altcoins stark, schichte regelmäßig einen Teil zurück in Bitcoin oder Stablecoins um, damit dein Risiko nicht unbemerkt wächst.
  • Qualität vor Hype: Prüfe, ob ein Projekt echte Nutzer, aktive Entwicklung und ausreichend Liquidität hat.
  • Nicht dem Markt hinterherlaufen: Wer erst einsteigt, wenn alle darüber reden, kauft oft nahe am Höhepunkt.
  • Regulierte Anbieter nutzen: In der EU brauchen Kryptobörsen eine Zulassung nach der MiCA-Verordnung. Das schützt nicht vor Kursverlusten, aber vor manchem unseriösen Anbieter.

Steuern im Blick behalten

Gerade in euphorischen Marktphasen wird viel getauscht, und jeder Tausch von einer Kryptowährung in eine andere gilt steuerlich als Veräußerung. Gewinne innerhalb eines Jahres nach dem Kauf sind steuerpflichtig, wenn deine privaten Veräußerungsgewinne im Jahr 1.000 Euro erreichen. Nach mehr als zwölf Monaten Haltedauer bleiben Gewinne steuerfrei. Wie du die Ein-Jahres-Regel geschickt nutzt, erklären wir im Ratgeber zur Krypto-Haltefrist.

Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Kryptowerte hochspekulativ sind und bis zum Totalverlust führen können. Ihren Überblick über die Risiken von Kryptoanlagen solltest du kennen, bevor du größere Beträge investierst.

Bildschirm mit steigendem Kurschart während einer Altcoin-Saison
Feste Gewinnziele helfen, in euphorischen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Foto: rc.xyz NFT gallery / Unsplash

Fazit: Signale lesen, statt der Euphorie zu folgen

Eine Altcoin-Saison entsteht, wenn breites Kapital von Bitcoin in andere Kryptowährungen rotiert. Der Altcoin Season Index, die Bitcoin-Dominanz und das ETH/BTC-Verhältnis helfen dir, diese Phase zu erkennen. Frühere Zyklen zeigen jedoch, dass auf die Euphorie oft schmerzhafte Rückgänge folgen.

Ende Oktober 2026 dominiert Bitcoin den Markt, eine breite Altcoin-Saison ist nicht in Sicht. Statt auf den perfekten Moment zu warten, lohnt sich ein klarer Plan mit festen Gewinnzielen, regelmäßigem Rebalancing und einem Blick auf die Steuer. So kannst du von steigenden Altcoins profitieren, ohne dein gesamtes Portfolio aufs Spiel zu setzen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen zu Altcoin-Saison

Was ist eine Altcoin-Saison?

Eine Altcoin-Saison ist eine Marktphase, in der die Mehrheit der Kryptowährungen außer Bitcoin über Wochen oder Monate deutlich besser abschneidet als Bitcoin. Kapital fließt dann in großem Stil von Bitcoin in Ether, große Altcoins und schließlich kleine, spekulative Token. Nach der gängigen Definition von Blockchaincenter müssen 75 Prozent der 50 größten Coins Bitcoin über 90 Tage schlagen.

Woran erkenne ich den Beginn einer Altcoin-Saison?

Typische Signale sind eine sinkende Bitcoin-Dominanz, ein steigendes ETH/BTC-Verhältnis, wachsende Handelsvolumen bei Altcoins und ein Altcoin Season Index über 75. Auch extreme Gier im Fear and Greed Index und ein Boom bei Memecoins treten häufig auf. Kein einzelner Wert ist verlässlich, erst mehrere Signale zusammen ergeben ein belastbares Bild.

Wann war die letzte große Altcoin-Saison?

Die letzte breite Altseason erlebte der Markt im Frühjahr 2021. Damals trieben DeFi, NFTs und Memecoins viele Altcoins stark nach oben, und die Bitcoin-Dominanz fiel innerhalb weniger Monate von rund 70 auf etwa 40 Prozent. Davor gilt der ICO-Boom 2017/18 als klassisches Beispiel. Beide Phasen endeten mit deutlichen Kursrückgängen.

Ist im Oktober 2026 Altcoin-Saison?

Nein. Der Altcoin Season Index von Blockchaincenter lag am 31. Oktober 2026 bei 39 Punkten und damit klar unter der Schwelle von 75. Die Bitcoin-Dominanz bewegte sich im Oktober um 60 Prozent. Bitcoin führt den Markt also weiterhin an. Einzelne Altcoins können trotzdem stark laufen, eine breite Rotation ist aber nicht erkennbar.

Wie lange dauert eine Altcoin-Saison?

Eine solche Phase dauert meist einige Wochen bis wenige Monate. Die heißeste Phase, in der auch kleine Coins explodieren, ist oft besonders kurz. Danach setzen Gewinnmitnahmen ein, und Kapital fließt zurück in Bitcoin oder Stablecoins. Weil sich das Ende kaum vorhersagen lässt, solltest du Gewinnziele vorab festlegen und regelmäßig umschichten.

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